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←    Die Dankbarkeit ist die Mutter für emotionale Stabilität!

Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen. (Marcus Tullius Cicero)

Studiert man die Biographien vieler erfolgreicher Menschen auf unterschiedlichen Gebieten, so erkennt man, dass einer der Gründe ihres Erfolgs darin besteht, dass sie ihrem Leben große Dankbarkeit entgegenbrachten bzw. entgegenbringen. Seinem Leben mit Dankbarkeit zu begegnen, das Auge dafür zu schulen, welche Reichtümer in seinem Leben bereits vorhanden sind und jede Lebenserfahrung als Lernmöglichkeit für das eigene Leben zu sehen, selbst wenn es nicht einfach ist, bietet dem Menschen die Grundvoraussetzung, eine emotionale Stabilität aufzubauen, die es ihm ermöglicht, jede Situation zu meistern und daraus gestärkt hervorzugehen.

Sir John Tempelton, wohl einer der größten Investoren und Gründer von diversifizierten Investmentfonds des 20. Jahrhunderts, behauptete, dass eines der wichtigsten Dinge, um im Leben Erfolg zu haben, die emotionale Stabilität sei, eine Stabilität, die es dem Menschen erlaubt, besonders in pessimistischen und schwierigen Zeiten kühlen Kopf zu bewahren, um sich von Hiobsbotschaften bzw. Krisennachrichten nicht unterkriegen zu lassen. Die einfachste Methode seiner Ansicht nach, diese emotionale Stabilität zu erreichen, läge darin, jeden Tag damit zu beginnen, sich auf mindestens fünf Dinge zu besinnen, die den Menschen dankbar stimmen. Einfache Dinge, die im Leben eines jeden Menschen vorkommen, Dinge, die nicht von weit hergeholt werden müssen, wie z. B.

Der Fokus auf die Dinge, die bereichern und die dankbar stimmen, erinnert den Menschen daran, dass er in einer Welt der Fülle lebt, in einer Welt, die es zu entdecken gilt, eine Welt, die ihm die Möglichkeit bietet, aus dem Vollen zu schöpfen. Dieses Gefühl von Lebensqualität erfüllt den Menschen mit Energie und gibt ihm einen Motivationsschub, den Tag mit Freude und Dankbarkeit aufs Neue anzugehen. Insofern hat der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero Recht, wenn er sagt, dass die Dankbarkeit die Mutter aller Tugenden (Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung, Liebe, Hoffnung, Glaube) sei.

Durch Dankbarkeit passiert interessanterweise etwas sehr Eigentümliches: Wenn ein Mensch dankbar ist, empfindet er Liebe für das, was ihn umgibt, er begegnet seinem Leben mit Hoffnung und dem starken Glauben, dass er die Herausforderungen, die ihn das Leben beschert, überwinden kann, dass er voller Selbstvertrauen, für jede Situation einen Weg findet, der ihn an sein Ziel führt. Das bedeutet, dass Dankbarkeit die beste Methode ist, Angst zu überwinden oder Angst erst gar nicht aufkommen zu lassen. Ein dankbarer Mensch kann nicht gleichzeitig auch ängstlich sein. Wenn er seinen Fokus darauf richtet, was sein Leben bereichert, dann sieht er sich als Mensch, der beschenkt ist, beschenkt mit Eigenschaften, die es ihm ermöglichen, jede Lebensprüfung anzunehmen und zu meistern, weil er sie dankbar annehmen kann, als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und gestärkt daraus hervorzugehen.

Ein sehr augenscheinliches Beispiel dafür und wohl für viele Menschen ein fast unverständliches Beispiel ist die Lebensgeschichte des Astrophysikers Stephen Hawking, der schon in seinen Studienjahren in Oxford an Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erkrankte, einer Krankheit, die das Nervensystem zerstört. In seiner Studienzeit in Cambridge verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends, bis er sich überhaupt nicht mehr bewegen konnte und schließlich auch nicht mehr selbst sprechen konnte. Sein Gehirn wurde allerdings von der Krankheit nicht betroffen, und das war für Hawking einer der Gründe, trotzdem dankbar zu bleiben. Er behauptet sogar, in seinem Leben Glück gehabt zu haben, weil er in der Wissenschaft Erfüllung gefunden habe und auch von einer Partnerin begleitet werde, die sein Leben lebenswert mache. Trotz seiner Lebensbedingungen, die sich ein gesunder Mensch gar nicht vorstellen kann, sieht er sein Leben aus einer Perspektive der Dankbarkeit, die dazu geführt hat, dass er bereit war und es immer noch ist, der Menschheit durch seine wissenschaftliche Arbeit, aber auch durch seine populärwissenschaftlichen Schriften, neue Dimensionen des Denkens und Forschens zu bieten.

Wäre er in seiner Lebenssituation verzweifelt, was im Prinzip völlig verständlich wäre, wäre sein Leben und das vieler Menschen, dessen Leben er positiv beeinflusst und geprägt hat, völlig anders verlaufen. Es wäre wahrscheinlich ein verzweifelter Kampf gewesen, voller Ängste, die man sich kaum vorstellen kann. Er hat sich aber bewusst dafür entschieden, seine Gehirnfunktionen dankbar anzunehmen und daraus für sich und die Menschheit das Beste zu machen. Ein großes Vorbild, das uns Menschen ganz augenscheinlich vorzeigt, dass man durch eine Haltung der Dankbarkeit aus jeder Lebenssituation schöpfen und geben kann.

Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie und einige Jahre Internierter in verschiedenen Konzentrationslagern, hat seine Lebensphilosophie auf diesem Prinzip aufgebaut. Laut Frankl repräsentiert jede Lebenssituation eine Herausforderung, die darin besteht, für das vorhandene Problem eine Lösung zu finden. Insofern besteht in seinen Augen der Lebenssinn eines jeden Menschen darin, nicht nach einem Lebenssinn zu suchen, sondern zu erkennen, dass durch die unterschiedlichen Lebensumstände jeder Mensch Aufgaben übertragen bekommt, die er dankend annehmen soll, um daraus für sich das Beste zu lernen. Wie er damit umgeht, ist seine ganz persönliche Entscheidung; wenn er sie aber dankend annimmt, dann kann er auf jeden Fall, im Sinne seiner persönlichen Begabung, daraus gestärkt hervorgehen und zu einem erfüllten Menschen werden.

Dadurch ist der Mensch darauf vorbereitet, dass nicht alles glatt gehen kann, dass Enttäuschungen Teil des Lebens sind; dass es aber davon abhängt, wie er mit diesen Enttäuschungen und Schwierigkeiten umgeht. Wie die oben angeführten Beispiele belegen, scheint es an sich für jeden Menschen möglich zu sein, sein Leben aus der Perspektive der Dankbarkeit zu sehen. Sie ist die Mutter aller Tugenden und anscheinend so einfach zu erreichen!

Also worauf soll noch gewartet werden? Beginnen wir jeden Tag, wie Sir John Templeton sagt, einfach damit, dass wir ganz konkret und bewusst dankend aufstehen und uns mindestens fünf Dinge aufnotieren, die uns dankend stimmen!

Das ist eine einfache Übung, die von jedem von uns in sein Leben eingebaut werden kann. Sobald diese Übung zum Automatismus wird, stellt sich eine Gewohnheit ein, die uns die Augen dafür öffnet, darauf zu achten, wie reich unser Leben ist, und das ist die Grundvoraussetzung dafür, von unserem Reichtum auch an andere abzugeben (in welcher Form auch immer – Zeit, Geld, Gespräche, Gedanken, Dienstleistungen, ein Lächeln...). Unserer Phantasie ist in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

 

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