be you - unique
Highly personalized and solution-oriented coaching. Personal develop-
ment. Career development. Proven strategies for success and growth.
Sie können in zwei Monaten mehr Freundschaften knüpfen, indem Sie anderen Menschen Interesse entgegenbringen, als in zwei Jahren, indem Sie versuchen, das Interesse anderer Menschen auf sich zu lenken. (Dale Carnegie)
Wie jeden Montag Morgen begann ich auch den heutigen Tag mit der Lektüre der über das Wochenende eingegangenen Emails. Überraschenderweise war darunter auch eine Email einer Person, die ich erst vor wenigen Wochen kennengelernt hatte. Bei unserem Treffen versuchte ich, mehr über diesen Menschen zu erfahren; ich ging auf ihn zu, stellte Fragen, und daraus entstand ein sehr angeregter und interessanter Austausch. Der Inhalt der erhaltenen Email sprach nun von Freundschaft, und wie wichtig es sei, an Menschen festzuhalten, die positive Spuren hinterlassen. Und obwohl ich diesen Menschen erst einmal gesehen hatte, sprach er bereits von Freundschaft. Das scheint das zu bestätigen, was Dale Carnegie in seinem Zitat behauptet, dass es einfacher sei, in zwei Monaten mehr Freundschaften zu schließen, indem man dem Gegenüber ehrliches Interesse entgegenbringt, als in zwei Jahren, indem man ständig nur von sich redet.
Geht man auf das Gegenüber ein, begegnet man ihm mit Augen der Neugierde und des Interesses. Der andere ist dann auch bereit, sich zu öffnen. Er merkt, dass man ihn nicht nur ausquatschen will, sondern dass man an seiner Person interessiert ist. Dadurch wird Vertrauen aufgebaut. Er fühlt sich anerkannt und ernst genommen.
Das Bedürfnis nach Anerkennung ist eines der wichtigsten Grundbedürfnisse aller Menschen, unabhängig davon, welcher Nation, welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts sie angehören. Anerkannt zu sein, bedeutet auch geliebt zu sein, wichtig zu sein, etwas Besonderes zu sein.
Insofern ist es für jeden Menschen wichtig, dieses Grundbedürfnis erfüllt zu bekommen. Der beste Weg, Anerkennung zu erfahren, besteht darin, anderen Menschen diese Anerkennung zukommen zu lassen, indem man auf sie zugeht, ihnen mit Interesse begegnet und erkennt, dass wir Menschen nur über die Gemeinschaft reich sind.
Wie kann ich Interesse zeigen und Anerkennung schenken?
Die Fähigkeit, Interesse zu zeigen und auf andere Menschen zuzugehen, nimmt automatisch zu, wenn sich die Haltung eines Menschen auf das Geben anstatt auf das Nehmen konzentriert. Wenn er Freude dafür entwickelt, andere Menschen zu beschenken, ohne sich im Gegenzug dafür etwas zu erwarten. Sich diese Haltung des Schenkens anzueignen, ist verhältnismäßig einfach. Besonders dann, wenn man sie sich bewusst vornimmt, solange, bis sie eine Gewohnheit, ein neues Verhaltensmuster wird. Bald merkt der schenkende Mensch, dass der wahrlich Beschenkte nämlich er selbst ist, dass er sich durch neue Freunde, festere, innigere und auf Vertrauen aufbauende Beziehungen, die sein Leben noch lebenswerter machen, bereichert.
Was können wir alles verschenken?
Verschenken wir ein Lächeln. Ein Lächeln kostet nichts und teilt dem anderen Menschen mit, dass ich ihn wahrgenommen bzw. gesehen habe. Es zeigt ihm, dass ich ihm gut gestimmt bin. Ein Lächeln versprüht Wärme, zieht Menschen an und baut Vertrauen auf.
Verschenken wir ein Dankeschön. Vielleicht bedanken wir uns bei unserem/unserer Partner/in, bei unserem Kind, bei unseren Eltern, bei unseren Freunden...! Es gibt immer einen Grund, danke zu sagen, wenn wir mit einem Menschen leben oder mit einem Menschen zu tun haben.
Verschenken wir Informationen/Wissen. Durch einen regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch kann man nur gewinnen. Je mehr man teilt, desto mehr kommt zu einem zurück, desto mehr kann man lernen, desto mehr Menschen treten in das eigene Leben.
Verschenken wir Lob und Anerkennung. Sagen wir unseren Mitmenschen, wie gut aussehend, nett, kompetent ... wir sie finden. Leben wir vor und drücken das aus, was wir selbst gerne hören! Seien wir die nette Person, die wir selbst in unserer Nähe haben möchten!
Verschenken wir Zeit. Nehmen wir uns Zeit für unsere Familie, unsere Eltern, unsere Kinder, unsere Freunde, uns selbst...! Bald werden wir sehen, dass mit Liebe und Freude bewusst investierte Zeit ein Segen für uns selbst sein wird! Indem wir uns bewusst Zeit nehmen, merken wir plötzlich, dass uns die Zeit nicht mehr so sehr davonrennt, weil wir uns nicht mehr unter Druck setzen lassen und vielmehr selbst bestimmen, wie wir mit unserer Zeit haushalten wollen.
Verschenken wir Liebe. Zum Beispiel indem wir unsere/n Partner/in/unser Kind... so lieben und annehmen, wie sie sind, ohne auf sie einwirken oder sie verändern zu wollen. Das ist Liebe. Die bedingungslose Liebe.
Aus der Evolutionsbiologie wissen wir, dass Menschenbabys nur überlebensfähig sind, wenn Sie über den Körperkontakt Liebe und Anerkennung erfahren. Dieser Körperkontakt ist sogar wichtiger als die reine Nahrungsaufnahme. Nur über die Berührung fühlt sich das Baby geborgen und sicher. Indem die Mutter ihm diese Zuneigung und Liebe schenkt, macht sie aus ihm einen sicheren Menschen, der sich seinerseits ein Leben lang mit seiner Mutter verbunden fühlt.
Das Wichtigste an dieser Haltung des Verschenkens ist meiner Meinung nach, dass sie zu einem Perspektivenwandel führt, zu einem Perspektivenwandel vom Ich zum Du, vom Nehmen zum Geben, der unser aller Leben bereichert. Er stärkt die Verbindung zwischen den Menschen. Er zeigt den Menschen auf, dass sie sich nur über die Gemeinschaft, über die Menschen, die in ihr Leben treten und die sich zu Freunden entwickeln, zu glücklichen und erfüllten sozialen Wesen entwickeln können. Vielleicht ist nicht umsonst gerade in unseren Zeiten der wirtschaftlichen Instabilität, in denen das Bruttoinlandsprodukt als Messgröße für die Wohlstandsentwicklung einer Gesellschaft zunehmend in Kritik gerät die vor drei Jahrzehnten eingeführte Messgröße des Bruttoinlandsglücks des Königreichs Bhutan ein alternativer Ansatz geworden, weil er das Wohlbefinden des Einzelnen und der menschlichen Gemeinschaft in den Vordergrund stellt.
Im Zentrum der Politik des Himalaja-Staates Bhutan steht das Glück des Einzelnen, das sich nicht materiell definieren lässt. Jede öffentliche Investition, jede politische Gesetzesänderung muss sich daran messen lassen, ob sie tatsächlich dem Allgemeinwohl dient. Das Wohlbefinden des Einzelnen und der Gemeinschaft steht also im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und weckt immer mehr das Interesse von Wissenschaftlern und Politikern der ganzen Welt.
Das Aufeinander-Zugehen, das Sich-Öffnen zum Du/zum Freund ist mit Sicherheit eine der wichtigsten Voraussetzungen für das menschliche Wohlbefinden. Möge es uns gelingen, mit Interesse auf unsere Mitmenschen zuzugehen und aus Unbekannten Freunde werden zu lassen!
Dr. Martina Holzer Geromin ist Coach und Erziehungsberaterin, Mitbegründerin von www.trans4mind.de und bietet neben Einzelberatungen auch sämtliche Workshops an (siehe www.be-you-unique.com).