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←    Sich den guten Dingen zuzuwenden, ist eine Entscheidungssache!

Schreibe die schlechten Dinge, die man dir antut, in den Sand, aber meißle die guten Dinge, die dir passieren, auf ein Stück Marmor! (Arabisches Sprichwort)

Eine Begebenheit, die mittlerweile einige Wochen zurückliegt, begleitet mich seither jeden Tag auf wundersame Art und Weise aufs Neue: Auf Grund eines Unwetters mussten in unserem Haus einige Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden. Wir erteilten den Auftrag einer Firma, die durch "Zufall" mit uns in Verbindung trat. Dieser Zufall wollte es, dass sich an der Spitze dieser Firma eine Person befindet, die sich nicht nur durch Zuverlässigkeit auszeichnet, sondern sich in ihrer Arbeit völlig dem Geben verschrieben hat. Abgesehen davon, dass die Qualität der Arbeitsausführung von höchstem Niveau war, war das Verhalten aller Mitarbeiter dieser Firma von einer Klasse, die ich bisher noch nie erlebt hatte. In den vielen Gesprächen mit dem Chef hat sich herausgestellt, welchen ethischen Grundsätzen sich diese Firma verschrieben hat: Das Wohl und die Zufriedenheit des Auftraggebers stehen im Vordergrund, das Bezahlen der Steuern ist Ehrensache und die Arbeit wird von Menschen ausgeübt, die mit Freude, Begeisterung und Motivation an ihre Aufgaben herangehen.

Diese positive Erfahrung hat sich in meinem Gedächtnis festgesetzt und wird dort wie der eingemeißelte Text auf einem Stück Marmor haften bleiben und mich weiterhin beflügeln. Sie wird mir helfen, über Dinge hinwegzusehen, die vielleicht nicht so glatt laufen, weil mich diese Erfahrung davon überzeugt hat, dass es neben weniger angenehmen Erfahrungen auch immer wieder positive Erlebnisse gibt. Die Tatsache, dass allein der Gedanken an diese Erfahrung mich zufrieden und glücklich stimmt, ist ein Beweis dafür, dass es Sinn macht, sich mit positiven Gedanken auseinanderzusetzen, besonders dann, wenn sich solche Begebenheiten im eigenen Leben zugetragen haben.

Dieses Beispiel kann für jeden Menschen gelten, da wir alle wahrscheinlich jeden Tag immer auch mit positiven Erfahrungen, Erlebnissen oder Bildern konfrontiert werden. Dabei ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu werden. Beispielsweise am Morgen bewusst die Jalousien zu öffnen und die frische Luft einzuatmen, vielleicht bewusst die Sonne hinter dem Hügel aufgehen zu sehen oder die Regentropfen auf den Boden prasseln zu hören, leitet den Tag mit einer anderen Wahrnehmung ein als der Gedanke: "Ach, jetzt muss ich schon wieder aufstehen!". Wenn ich den Fokus auf die Dinge richte, die mein Leben bereichern, dann beschwingt sich meine Grundstimmung, und selbst unangenehmere Erfahrungen wirken sich auf mich nicht mehr so einschneidend aus, weil ich an ihnen nicht mehr meine Gedanken verliere.

Wenn ich meine Aufmerksamkeit den Dingen und den Personen schenke, die mein Leben bereichern, dann ist weniger oder kein Platz für den Gegenpol. Negative Erfahrungen, Äußerungen und Gedanken prasseln an einem ab, weil ich mich dafür entscheide, mich den guten Dingen in meinem Leben zuzuwenden. Diese guten Dinge fungieren wie eine Kerze in der Dunkelheit: Sie bringen Licht in meinen Alltag und lösen den Nebel um mich herum langsam aber sicher auf. Klarheit entsteht und ich erkenne, dass es in der Tat meine eigene Entscheidung ist, mich positiven oder negativen Dingen zu verschreiben. Je öfter und je länger ich den positiven Dingen meine Aufmerksamkeit schenke, desto mehr stelle ich fest, wie schnell negative Erfahrungen im Sande verlaufen, indem ich ihnen eben immer weniger Aufmerksamkeit schenke.

Es ist nicht so, dass ich sie verdränge, sondern ich lasse sie bewusst los und schreibe sie, wie es im arabischen Sprichwort heißt, einfach in den Sand, so dass der Wind sie wegtragen und mich von diesen Gedanken und Erfahrungen befreien kann. Ich lasse sozusagen los von Erfahrungen und Menschen, die mir nicht so gut tun, die es nicht gut mit mir meinen. Ich überlasse sie ihrem Schicksal, indem ich die Verantwortung an sie übertrage.

Negative Erfahrungen überlasse ich der Vergangenheit und wende mich bewusst wieder der Gegenwart zu; Menschen, die mir nicht gut tun, lasse ich frei, indem ich mich von ihnen loslöse und sie in ihre Welt entlasse. Wenn sie wollen, können sie immer noch aufstehen und sich vor dem Wind schützen, indem sie erkennen, dass sie an sich arbeiten können, wenn sie es auch wollen. Wenn dem nicht so sein sollte, dann ist es besser, für sie und für einen selbst, den Abstand herzustellen und sie den "Wetterbedingungen" auszusetzen, die ihrem Gemüt gerecht werden.

Menschen, die ständig in alten Wunden herumstochern, merken oft gar nicht, wie abhängig sie sich von äußeren Situationen oder anderen Menschen machen. Das, was ich nicht ändern kann, immer wieder hervorzuholen, macht mich krank, weil ich mich machtlos fühle, weil ich das Gefühl habe, ausgeliefert zu sein. Ich degradiere mich zum Opfer und bin nicht mehr imstande, das Szepter selbst in die Hand zu nehmen.

Allein der Umstand, meine Aufmerksamkeit mehr den Dingen zu widmen, die mir Freude bereiten, die, wie im eingangs erwähnten Beispiel mein Leben in ein positives Licht tauchen, bringt mehr Lebensqualität in mein Leben. Sich dieser kleinen positiven Dinge bewusst zu werden und sie in den Marmor einzumeißeln, hebt das Lebensgefühl an und hilft, von Dingen zu lassen, die ich nicht ändern kann, indem ich sie in den Sand schreibe und sie ihrem Schicksal übergebe...

 

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